Erster großer Urlaub mit Familie in Italien

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Haselnuss
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Erster großer Urlaub mit Familie in Italien

Beitrag von Haselnuss » 11.06.2019 12:02

Wir waren mit unserem Falter in Italien unterwegs (Rimini und Gardasee).
Die Fahrt über Nacht an sich hat prima geklappt - die Kinder haben größtenteils geschlafen und die Eltern sich mit dem Fahren abgewechselt.
Sogar die Schnellstraßen mit Riesen-Schlaglöchern hat unser Gespann weggesteckt - hatte schon befürchtungen bzgl. der Gasflasche im Hänger. Dazu auch teilweise starker Regen, es blieb alles trocken.

Unser erstes Ziel sollte eigentlich ein Platz in Ravenna sein. Dort angekommen - der Campingplatz ist zwar offen, aber der Platz und auch der Ort total ausgestorben. Die Anlage und der Strand wurden gerade erst hergerichtet für die Hauptsaison.
Sind also nun etwas weiter gefahren zu einem größeren Platz bei Rimini (Happy Camping Village). Dort war dann etwas mehr los, aber trotzdem sehr überschaubar.
Das aufstellen des Falters haben wir in einem Kurzurlaub in der Heimat schon geübt, so dass es auch dort keine Probleme gab außer dem weichen Boden (es hatte laut Campern die schon 3 Wochen da waren zuvor lange und viel geregnet).
Das Vorzelt haben wir zum ersten Mal aufgebaut und waren gleich begeistert von dem vielen Platz der sich dann bietet.
Der Strand war super, vor allem der flache Eingang für die Kinder. Da wenig los war, waren so gut wie alle Liegen frei.
Wir blieben jedoch nur eine Woche in Rimini, da die Wetteraussichten nicht gutes meldeten. Schon beim Abbauen (das Vorzelt hatten wir glücklicherweise am sonnigen Vortag abgebaut) regnete es, wenn auch nur leicht, ununterbrochen.

Das nächste Ziel war wegen der besseren Wetteraussichten der Gardasee der Camping Europa Silvella am Süd-West Ufer.
Lustigerweise kam zeitgleich eine andere Familie aus NRW mit auch einem SK Falter - wie klein die Welt manchmal sein kann :D
Den Platz finde ich super - sehr schöne Anlage und ebene grasbewachsene Böden.
Kurz nach dem Aufbauen fing es dann zu Regnen an - wie zu ewarten. Sogar mit starken Regen und unzureichender Bespannung des Zeltes hielt alles bis auf eine Ecke im Vorzelt dicht.
Später am späten Abend habe ich festgestellt, dass sich im Vorzelt (ich hatte es wegen dem zu erwartenden Regen etwas schnell aufgebaut) eine große, schwere Wasserpfütze auf dem Dach gebildet hat :x . Zur Lösung haben wir an der Stelle zwei Stangen (keine Ahnung wo die hingehören), dazwischengeklemmt und Ruhe war.
Dem Regen ist bald Sonnenschein gewichen und wir hatten schöne Tage am See und die Kinder auch am Platzeigenen Pool.

Leider hatten wir an unserem Hochzeitstag bei einem Ausflug nach Salo einen Zwischenfall.
Wir haben unser Auto an einen beleuchteten, öffentlichen Parkplatz abgestellt. Als wir wieder kamen, fanden wir die Beifahrerscheibe eingeschlagen vor :cry:
Auf dem ersten Blick hat nichts gefehlt - erst später hat meine Frau gemerkt dass ihre leere Handtasche fehlte, die halb unter dem Sitz zerknüllt lag.
Alles ziemlich ärgerlich, trotz den sehr netten Personal am Campingplatz, die uns sehr geholfen haben. Bei der Carabinieri konnte niemand Englisch - die ganze Kommunikation über Google Translator ... die Werkstatt war glücklicherweise in der Nähe, musste jedoch erst die Scheibe bestellen was einige Tage gedauert hat.
Das ganze hat dazu geführt, dass wir kaum noch Ausflüge (mit provisorischer Folie) gewagt haben. Irgendwie war auch das Vertrauen weg :(

Letzte Woche Dienstag war dann die neue Scheibe dran und wir sind am selben Abend abgereist.

Dennoch waren das ingesamt ein schöner Urlaub, den wir dort verbracht haben. Mit dem Falter ist das dann doch nochmal viel mehr Komfort als im Zelt damals.

Trotzdem wird das nächste Ziel nicht Italien sein, weil:
- Teuer: Lebensmittel, Sprit, Essen gehen
- 80 auf der Autobahn. Waren uns recht unsicher wie schnell wir uns wirklich bewegen sollten, da uns schon die LKWs überholt haben
- sichtbare Probleme im Land: Müll, Kriminalität, machtlose Carabinieri

Dieses Jahr war das noch nicht der letzte Urlaub mit dem Falter. Übernächstes Wochenende ein verlängertes Wochenende in der Heimat. Im August ein paar Tage bayrischer Wald, und sonst ergibt sich spontan vielleicht noch was.

andystore987
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Re: Erster großer Urlaub mit Familie in Italien

Beitrag von andystore987 » 26.06.2019 09:54

Hallo Hasselnuss,

dein Thema / deine Überschrift passt perfekt für meinen längst überfähligen Beitrag welchen ich erstellen wollte, ich hänge mich daher hier einfach mal hinten ran und hoffe du hast nichts dagegen?! :winkend:

Zunächst erst einmal freue ich mich, dass ihr trotz eurer Umstände einen sehr schönen Italien-Urlaub verbracht habt. Mit dem Auto/Diebstahl ist natürlich echt mies :x , solche Fälle haben wir bisher zum Glück nie mitbekommen am Gardasee...

Ostern durften wir unseren ersten großen Falt-Urlaub im Cheroky am Gardasee erleben, gerne möchte ich euch hier nachstehend nun ein paar Eindrücke geben :winkend:

Das Auto und den Falti habe ich die Woche über gepackt und alles bestens verstaut bekommen. Alle Sachen im Cherokey wurden gewogen und gelistet, im Anschluss war ich auf einer frei zugänglichen Agrarwaage und zur Absicherung nochmal beim Wertstoffhof, 630kg zu 625kg... :dhoch: Für uns war es im Vorfeld sehr aufregend, da wir nicht wussten wie die Jungs (4/8), als auch wir, die anstehenden 1.250km überstehen würden. Für mich war klar, wenn überhaupt nur per Nachtfahrt...

Bild

...Freitag gegen 19:00Uhr haben wir uns auf den Weg gemacht, der Plan ging perfekt auf: der Große schlief schon nach einer halben Stunde, der Kleine schaute noch 3h Tablet bevor ihn ebenfalls die Müdigkeit übermannte. Das kennen bestimmt alle Eltern, spätestens ab diesem Zeitpunkt (alle Kinder schlafen) fährt man deutlich entspannter. Ich muss auch sagen, dass sich hier unsere mitwachsenden Cybex-Kindersitzte mehr als bezahlt gemacht haben: diese haben die Möglichkeit die Sitzfläche (Isofix fixiert) noch ein ganzes Stück nach vorne zu verstellen. Dadurch entsteht für die Kinder eine relativ bequeme Liegepoition und die Köpfe sind nicht einmal nach vorne gekippt... eine klare Empfehlung!

...auch klar war, dass ich die Fahrt komplett alleine als Fahrer über die Runden bringen muss, meine Frau traut sich das Fahren mit Anhänger/Beladung/fremde Straßen/Berge etc. leider nicht zu, stört mich grundsätzlich aber nicht, da ich sehr gerne Auto fahre, auch längere Strecken... der Anhänger lief wirklich sehr gut hinterher, Tempomat bei 110, zum Überholen von LKW's und anderen Gespannen auch mal 120-130, alles kein Problem, gerade auf dem Rückweg wo es doch sehr windig war habe ich die Wohnanhänger-Fahrer nicht beneidet, die schwankten teilweise sehr doll... in Tühringen habe ich dann das erste Mal gemerkt dass mein Auto (1,8 Benziner, 122PS) mit dem Cherokey und voll beladen definitiv am Limit ist, im musste des öfteren in den 4, vereinzelt in den 3. Gang schalten... spätestens hier wäre ich mit einem Wohnwagen (1.300kg darf ich eigentlich ziehen) kläglich gescheitert... das Telefon mit der guten alten Disco-Musik aus der Jugend gespickt verging Stunde um Stunde, den Brenner geschafft sind die Jungs das erste Mal wach geworden, wow so riesige Berge, für die Küstenkinder echt was besonderes :shock:

...in Italien selber war die Fahrt dann relativ anstrengend, da eigentlich nur 80 erlaubt und Überholverbot für Gespanne, nach Rücksprache mit einem freundlichen Bayern auf dem Rastplatz und dem Hinweis auf eine evt. sehr hohe Strafe von 400€ welche wohl durchaus nicht selten verteilt wird habe ich mich penibel an die Vorgaben gehalten, was aber die italienischen LKW-Fahrer als auch andere Gespann-Fahrer deutlich zum missachten dieser Begrenzungen anspornte. Da wir perfekt durchgekommen sind und die Ankunft für 09:30Uhr vorausgesagt wurde (Check In ab 12:00Uhr möglich) entschieden wir uns direkt am Nordufer an den See zu fahren und den Rest der Fahrt Richtung Bardolino am See zu genießen... die unfassbare Schönheit vom Gardasee und den einzelnen Städten werde ich jezt nicht vortragen, wer schon da war weiß wovon ich spreche, wer nicht sollte dies noch unbedingt nachholen!

...pünktlich um 12.00Uhr haben wir dann im La Rocca Camp eingecheckt und unseren Platz in Augenschein genommen, meine Frau und ich kannten die Region zwischen Bardolino und Garda, wir waren zuvor schon 3x dort und haben uns in diese magischen Orte einfach verliebt, den La Rocca im Nacken haben wir uns motiviert aber natürlich schon sehr gerädert an den Aufbau gemacht. Hier wieder ein Vorteil vom Falti, die Campingplätze am Gardasee und insbesondere die Wegungen sind bekanntermaßen sehr eng, wir uns natürlich alles kein Problem. Plane 5x6m auf den Boden gelegt, Cheroky rauf geschoben und los ging es... wir hatten den Falti ja bisher lediglich im Garten ohne Vorzelt aufgebaut und dies sollte sich natürlich rächen :kopfklatsch: , ich habe mir natürlich sämtliche Aufbauvideos angeschaut aber an einem Punkt sind wir dann zunächst gescheitert :oops: Bodenwanne angezippt, Hauptgestänge zusammengesteckt und bereit gelegt, Vorzelt angezippt und dann per Gurt aufgerichtet... alles kein Problem, Vorzelt stand relativ schnell, die Rundbögen final positioniert und dann wurde es kriminell, irgendetwas stimmte nicht, das Vorzelt hing noch leicht durch und die Rundbögen passten irgendwie nicht richtig in die vorgesehenen Befestigungen... wir haben hin und her probiert, den vorderen mit dem hinteren Bogen getauscht, hilf alles nichts, langsam verzweifelt und auch deutlich gestresst, da die Kinder mittlerweile leider keine Geduld mehr hatten und mit typischen Sachen zusätzlich gestresst haben... zum Glück hatte ich noch die Telefon Nr. vom Vorbesitzer, die konnten uns nach kurzer Konversation und Bilder verschicken den entscheidenen Hinweis geben :idee: , wer kommt denn drauf das die gesteckten Bögen an den Enden nochmals ausgezogen werden können :cool2: , ich muss ehrlich gestehen nachdem man(n) mittlerweile 20h wach war bin ich da nicht drauf gekommen, durch die unteren Teller welche auch genau bündig waren am Steckgestänge habe ich das echt nicht erkannt bzw. im Vorfeld im Video auch nie gesehen... ja, nach dem goldenen Hinweis war die Sache in 5min gegessen und das Vorzelt stand ebenfalls perfekt :dhoch:

...der Rest des Urlaubs lief echt perfekt, das Wetter war schon angenehm warm (18-22°C) mit Sonnenschein, und wir haben uns sehr wohl gefühlt im Falti. Da die ersten Nächte noch etwas kühler waren (8-9°C) kammen auch unsere Heizunterlagen zum Einsatz, wirklich toll in ein warmes Bettchen zu krabbeln, keiner hat gefroren... durchgefallen, hauptsächlich bei meiner Frau, ist unser Petroleum-Ofen (Zibro LC-130)... da sie doch sehr feinfühlig ist waren ihr die beim Starten entstehenden Gerüche bereits zu viel, mich hätte es nicht ganz so gestört... zum Glück hatte ich ja noch den E-Heizer mit welcher wirklich sehr gute Dienste gemacht hat, er hat das Vorzelt in den Morgenstunden sehr rasch auf angeneheme Frauentemperaturen gebracht, und mit der italienischen Strom-Flaterate war dies zum Glück auch kein Problem, also falls wer Interesse an einem neuwertigen Zibro Laserofen und 40l Zibro-Petroleum hat kann er sich gerne bei mir melden!

...so da ich ja mittlerweile schon sehr viel geschrieben habe möchte ich nun etwas abkürzen, eine komplette Urlaubsberichtserstattung würde jetzt hier den Rahmen sprengen, falls jemand explizit nochmals Ausflugstipps oder sonstige Info's haben möchte kann er sich natürlich melden! La Rocca Camp ist sehr zu empfehlen, insbesondere mit Kindern (beheizter Pool, Rettungschwimmer an jedem Pool!, Kinder-Club, etc.) 5Sterne halt, wir haben unseren Sommerurlaub fü 2020 bereits hier wieder gebucht... ich hoffe, ich habe euch nicht all zu sehr gelangweilt und wünschen allen noch ein schönes Falt-/Klapp-Jahr 2019!!! Grüße von der Ostsee...

Andy und Familie :camp1

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Re: Erster großer Urlaub mit Familie in Italien

Beitrag von Susanne » 26.06.2019 10:29

danke an euch beide für die interessanten Reiseberichte, immer wieder schön zu lesen
grüßle susanne (ehemals Heinemann nun Wowa Wilk S4)

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