Ja, ich finde auch, dass das Aufbauen durchaus Spaß machen kann. Man sieht, wie durch die eigene Arbeit das Ferienzuhause nach und nach entsteht, und das finde ich sehr zufriedenstellend. Wenn man außerdem merkt, dass das Zelt oder der Zeltanhänger ein durchdachtes Konzept haben und aus guten Materialien bestehen, trägt ebenfalls das zur Freude bei.
Aber es gibt natürlich Grenzen. Wer hat im Urlaub schon Lust, nach einer achtstündigen Autofahrt noch drei Stunden zu schuften, bis das Zelt endlich bezugsfertig steht? Wir sind deshalb zunehmend dazu übergegangen, in Etappen aufzubauen: Am Tag der Ankunft wird ausschließlich aufgebaut, was wir für die erste Übernachtung brauchen. Vorzelt, Annex, Tarp, Campingmöbel etc. folgen dann am nächsten, vielleicht sogar erst am übernächsten Tag. Gleiches gilt für den Abbau.
Ich würde mir allerdings wünschen, dass die Hersteller und Händler sich bei ihren Zeitangaben ein wenig realistischer zeigen würden, damit man sich vor dem Kauf auf das einstellen kann, was einen an Arbeit erwartet. Kaum ein Hersteller traut sich noch, Aufbauzeiten von über 20 Minuten zu nennen. Und wer behauptet, dass man 30 Heringe locker in weniger als drei Minuten einschlägt, geht von perfekten Laborbedingungen aus, die in der Realität leider nur sehr selten zu finden sind.
Und natürlich ist gegen Rundreisen überhaupt nichts einzuwenden.

Ich würde meinen kleinen Kindern bloß nicht den Erlebnisstress zumuten wollen, alle zwei Tage zu einem neuen Campingplatz aufzubrechen. Wer bereit ist, Ausflüge in einem Umkreis von 50 km um seinen Standort zu machen, hat bis zu 8.000 Quadratkilometer zur Verfügung (an der Küste immerhin noch ca. die Hälfte) - das ist die vierfache Fläche des Saarlandes. Ich denke immer, dass das doch reichen müsste, um genug Abwechslung in einen zweiwöchigen Urlaub zu bringen. Aber das soll jeder gern für sich entscheiden.